13. Nationaler Qualitätskongress Gesundheit

37 Prozent der Krankenhäuser in Deutschland mussten zeitweise Betten auf Intensivstationen stilllegen, da sie die Personaluntergrenzen nicht einhalten konnten. Für 2020 ist eine Ausweitung der Personaluntergrenzen auf weitere Bereiche wie etwa Stroke-Units geplant. Der stationäre Sektor steht vor tiefgreifenden Strukturveränderungen, da Fachkräfte nur sehr schwierig zu gewinnen sind. 

Denkbar ist es, vorhandenes Fachpersonal auf weniger Kliniken zu verteilen, um Personalvorgaben und Qualitätsanforderungen zu erfüllen. Es wäre allerdings zu kurz gesprungen, die Neuordnung der Krankenhaus-Landschaft ausschließlich unter Personalgesichtspunkten anzugehen. Mit berücksichtigt werden muss die Ausstattung der Kliniken etwa mit Großgeräten und einer zeitgemäßen IT-Struktur, die den Sprung in digitalisierte Prozesse ermöglicht.

Strukturreformen müssen unter Qualitätsgesichtspunkten umgesetzt werden. Wesentlicher Bestandteil sind ausreichend große, gut ausgestattete Kliniken mit genügend Erfahrung für sichere Behandlungen. Um eine Facharztstelle rund um die Uhr zu besetzen sind beispielsweise 5,5 Fachärzte erforderlich. Ohne weitere Konzentration und Spezialisierung wird es nicht gehen.

Der Digitalisierungsgrad der deutschen Krankenhäuser ist ernüchternd. 40 Prozent arbeiten gar nicht digital; die Digitalisierung ist in den letzten Jahren – im Vergleich zu anderen europäischen Ländern – nicht vorangeschritten. Qualitativ hochwertige Prozesse etwa bei der Arzneimitteltherapiesicherheit, der Diagnostik und der Nutzbarkeit von Patientendaten für bessere Therapieentscheidungen sind nur noch mit digitalisierten Lösungen möglich. Zur Wahrheit gehört auch: Kliniken können aus eigener Kraft diese Investitionen, die in der Regel vier bis sechs Prozent des Umsatzes pro Jahr erfordern, nicht stemmen. Es muss entschieden werden, wie viele Kliniken in Deutschland ein international vorzeigbares digitales Niveau erreichen sollen und wie dies finanziert wird.

Der diesjährige Nationale Qualitätskongress Gesundheit erörtert diese Herausforderungen ausführlich, wie immer mit maßgeblichen Akteuren aus der Politik, den Kassen, der Krankenhausgesellschaft sowie den klinischen Entscheidern. Zentrale Themen sind: Strukturreformen im stationären Sektor, Smart Hospital, Cyber-Security, elektronische Patientenakte, Arzneimitteltherapiesicherheit, Medizincontrolling, Infektionsprävention, Hygiene sowie medizinisches Risikomanagement. Zudem erörtern wir die Qualitätsmerkmale und die Finanzierung von Zentren, den neuen „Pflege-TÜV“, die Umsetzung der Personaluntergrenzen sowie praxisnahe Lösungen zur Personalgewinnung.

 

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